Jugendarbeit und Social Media
Zur Zeit bin ich auf dem Jugendreferenten-Konvent 2010 des EJW im Bernhäuser Forst (südlich von Stuttgart). Das Thema in diesem Jahr ist: "Internet & Social Media" und wir hören hier Vorträge von kompetenten Referenten über dieses Thema und diskutieren darüber.
Mir wird gerade heute wieder schmerzhaft bewusst, wie sehr viele Gemeinden und christliche Organisationen, die ich kennen gelernt habe, dieses Thema (Web 2.0 etc.) zur Zeit wiedermal verschlafen, genauso wie sie in den Jahren davor die effektive Nutzung des Internets als Öffentlichkeitsplattform (durch gute Homepages etc.) verpasst haben.
Gerade für die Jugendarbeit sind die sozialen Web-Netzwerke wie Facebook, StudiVZ, SchülerVZ, MySpace und wie sie alle heißen unverzichtbare Plattformen der kulturrelevanten Beziehungsarbeit. Die junge Generation bewegt sich oft und viel im Netz. Das Internet ist eine Lebenswelt von Jugendlichen (neben anderen) geworden, die eigentlich nur unterschätzt werden kann. Nicht gegen reale Beziehungen in der echten Welt, sondern daneben!
Durch die technische Web-Entwicklung in den letzten Jahren bieten sich (jedenfalls in meinem Denken) ungeahnte Möglichkeiten für die Jugendarbeit und vor allem für die Verbreitung der guten Nachricht durch soziale Netzwerke, interaktive Medien und partizipative Internet-Portale. Auch zur Einheit der Christen kann das Web 2.0 viel beitragen, hier kann Vernetzung, Austausch, Meinungsbildung und Horizonterweiterung geschehen.
Mein Appell also an jeden, der kulturrelevante Jugend- und/oder Gemeindearbeit macht oder machen will: Setze dich dringend mit diesen Themen auseinander und suche nach Möglichkeiten, deinen Dienst mit Hilfe von Social Media und Web 2.0 zukunftsfähig zu gestalten. Gleichzeitig möchte ich die prophetische Behauptung aufstellen, dass Jugendarbeit, die an dieser Entwicklung nicht teilnimmt und sie nicht für sich nutzt, in Zukunft zunehmend irrelevant werden wird. Beziehungsorientierte Jugendarbeit wird meiner Meinung nach in Zukunft vor allem Netzwerkarbeit online und offline bedeuten!
Das Jugendevent im Februar
ALIVE
Fun Friends Food Faith
Der Name ist Programm. Ein Jugendevent, das es in sich hat. Neben Cocktail-Bar, Bistro-Café, Spielen, Kicker, Billard und Chill-Out Lounge gibt es ein Thema, das rockt: "Kein Plan?!"
Es geht um Gemeinschaft, es geht um das Leben... und alles mit Freunden bei leckerem Essen.

Wir freuen uns, wenn du reinschaust. Es wird grandios!
Eine ermutigende Nachricht
Ein witziger Komiker, der zugleich weise und intelligent ist. Das gibt es selten. Im folgenden Video ist einer von dieser Sorte zu sehen: Dr. Eckart von Hirschhausen.
Was er hier sagt, ermutigt mich sehr und passt hundertprozentig in meine momentane Situation. Lustig, wie doch durch ein einfaches Youtube-Video Gott zu einem sprechen kann. Schau's dir mal an:
Die 5 Kernwerte von Mosaic
Hier sind die fünf Kernwerte von Mosaic LA. Und nachdem ich die letzten drei Tage darüber gehört und reflektiert habe, sind dies ab sofort auch meine Kernwerte von Kirche/Gemeinde. Die Texte unter den Bildern stellen mein Verständnis des jeweiligen Kernwertes dar. Stellenweise extreme Ansichten, aber um die Kirche zu verändern brauchen wir Radikalität (lat. radix = Wurzel).
1. Wind - Auftrag
Mission ist die Existenzberechtigung der Kirche
Die Kirche ist eine Bewegung, keine Institution.
Die Kirche existiert, weil Christen (Petrus, Paulus u.a.) losgegangen sind und die Gute Nachricht in Wort und Tat verbreitet haben. Im Zentrum gemeindlicher Tätigkeit steht also der Auftrag, die Mission von Jesus, das Evangelium der gesamten Schöpfung mit Leben und Reden weiterzugeben. Evangelisation und Mission sind also nicht länger Tätigkeitsfelder der Kirche, sondern Kirche ist nur dort, wo Menschen gemeinsam die Gute Nachricht und ihre Auswirkungen (Erlösung, Befreiung, Liebe, Mitgefühl u.a. Früchte des Geistes) leben. Aber nicht für sich selbst, sondern für andere.
2. Wasser - Gemeinschaft
Liebe ist der Kontext aller Mission
Die Kirche ist relational, nicht programmatisch.
Alles was in der Kirche getan wird, muss mit und in Liebe getan werden. Liebevolle Beziehungen sind das Wichtigste. Dabei steht nicht Menschen bekehren, sondern Menschen lieben im Vordergrund. Wir müssen in der Gemeinde bereit sein, Beziehungen zu Menschen zu bauen und sie zu lieben, auch wenn sie niemals Christen werden, niemals der Gemeinde beitreten, niemals mitarbeiten, niemals Geld für die Gemeinde geben und niemals unsere Meinung teilen. Alles Handeln in der Kirche hat das vorrangige Ziel, dass Menschen sich von anderen und Gott geliebt fühlen und wissen. Egal, wer oder wie sie sind.
3. Holz - Verbindung
Struktur muss sich immer dem Geist unterordnen
Die Kirche kontrolliert nicht, sie ermächtigt.
Die Strukturen in der Kirche sind für die Menschen da, nicht die Menschen für die Strukturen. Das Ziel von Strukturen in der Kirche darf nicht sein, Dinge unter Kontrolle zu behalten, sondern Strukturen müssen dem Ziel dienen, Menschen zu lieben, zu ermutigen und ihr Potenzial freizusetzen. Und wenn es nötig ist, müssen Strukturen auch verändert oder abgeschafft werden, damit Menschen ihre Kreativität frei entfalten können. Der Geist Gottes ist nicht an kirchliche Strukturen gebunden, deswegen sollten wir uns auch nicht an Strukturen binden. Gottesdienst-Abläufe müssen flexibel sein, ein Hauskreis muss auch mal im Freien oder in der Kneipe stattfinden können und ein Gemeindehaus muss verkauft oder abgerissen werden, wenn es nicht den Menschen außerhalb der Kirche dient.
4. Feuer - Begegnung
Kulturrelevanz ist nicht optional
Die Kirche ist inkarnatorisch, nicht esoterisch.
Eine Kirche, die für die Kultur, in der sie sich befindet, nicht relevant ist, ist letztendlich überflüssig. Deswegen müssen wir in der Kirche anfangen, die Sprache und die Kultur der Glaubensgegner, Atheisten, Agnostiker und Uninteressierten kennenzulernen und zu sprechen. Dabei dürfen wir keine eigene Subkultur in der Kirche aufbauen, die wiederum nur für Christen relevant ist, sondern müssen die Kultur der Menschen um uns herum teilen. Wir brauchen Beziehungen zu Menschen, die anders denken, fühlen, handeln, feiern und spielen wie wir. Und wir brauchen Angebote, die von Menschen außerhalb der Gemeinde als relevant für ihr Leben empfunden und aus persönlichem Interesse wahrgenommen werden. Diese Angebote sollten am besten auch im öffentlichen Lebensraum der Menschen und nicht im christlichen Gemeindehaus stattfinden.
5. Erde - Charakter
Kreativität ist die natürliche Folge von Spiritualität
Die Kirche passt sich nicht an, sie wandelt um.
Die Kirche ist dazu da, das Gott gegebene und vom Geist Gottes inspirierte Potenzial in jedem Menschen zu wecken, freizusetzen und zu fördern. Gott kann in allem erfahren werden, sei es Kunst, Musik, Tanz, Theater, Vortrag, Gespräch, Bühnenshow oder Natur. Es gibt keinen Unterschied zwischen geistlichem Leben und weltlichen Leben. Weder im Griechischen noch im Hebräischen gibt es ein Wort für geistliches Leben. Jesus kannte das nicht. Gott ist in allem bereits anwesend und will von Menschen entdeckt und wahrgenommen werden. Alles ist so gesehen geistlich. In der Kirche strahlt die Herrlichkeit Gottes durch die Kreativität von Menschen, egal ob sie schon an ihn glauben oder nicht. Wenn wir in der Kirche dafür keinen Raum haben oder schaffen, verhindern wir letztendlich, dass Menschen Gott persönlich erfahren und kennenlernen.
Live @ ORIGINS: Session 5
Mit David Segert
Thema: Das Gesetz der Gravitation

Am heutigen Morgen hat der Pastor der FeG Rebland (auch G5 genannt), David Segert, einen sehr wichtigen und umwälzenden Vortrag gehalten. Er benutzte ein Beispiel aus der Physik: Die Gravitationskraft. Sie ist eine der vier Kräfte, die es in der Physik gibt und von diesen ist sie die kleinste. Aber sie hat die größte Reichweite, sie kann nicht aufgehalten, eingedämmt oder behindert werden.
Das ist ein Bild für die Liebe Gottes. Über Jahre hat die Kirche viele Fehler gemacht: Kreuzzüge etc. Es gibt viele Fehler in der Kirchengeschichte, die wir uns anschauen können.
Aber trotzdem hat sich die Liebe immer weiterentwickelt. Egal wie viele Mauern wir als Christen aufgebaut haben: Der Heilige Geist hat immer wieder gewirkt. Das ist ein unglaubliches Bild.
Wir versuchen Gemeinde zu bauen, um Gottes Kraft stärker zu machen. Können wir aber nicht. Wir können sie nicht stärker machen, als sie sowieso schon ist. Wir können durch Lobpreis Gott nicht mehr in den Raum bringen. Oder mit kreativen Künsten.
Und das ist kein Widerspruch zu all dem bei Origins Gehörten. Gott möchte trotzdem, dass wir ihn verherrlichen mit allem was wir sind. Mit dem Besten was wir haben.
In der Business-Welt gibt es wahnsinnig begabte Menschen. Und die Kirche hat oftmals die Kraft verloren, kulturprägend zu sein. Das Argument, welches häufig verwendet wird: Gott wirkt doch eh wie er will. Der Heilige Geist wirkt sowieso. Auch hier wird das Argument verwendet: Gottes Kraft können wir nicht eindämmen.
Das ist eine paradoxe Wechselwirkung! Gott benutzt uns, um dieses Paradoxon aufzuheben. Er schickt keine Engel, er benutzt uns um das zu tun, was er in der Welt tun will.
Kirche hat eine unglaubliche Kraft, weil Gott Liebe ist.
Gravitation ist eine sehr kleine Kraft, die aber nicht eindämmbar ist. Jeder von uns hat eine Gravitationskraft. Eine geistliche Kraft. Egal, aus welcher Gemeinde wir kommen.
Wenn wir uns in einem natürlichen Umfeld befinden, dann sind wir authentisch und haben dadurch mehr Autorität, als wenn wir etwas kreieren und vorspielen, was wir nicht sind.
Wir haben eine Anziehungskraft, die liegt in der Begegnung, in Beziehungen, in Freundschaft. Wenn wir uns in einer Freundschaft eine peinliche Geschichte erzählen, dann teilen wir unser Leben miteinander.
Das ist ein Bild für die Kirche. Dass der Pastor sein Leben mitteilt und seine Gefühle mitteilt und wenn das echt ist, zieht das an.
Viele von uns haben Verletzungen erlebt. Zuhause wartet vielleicht viel Arbeit auf einige von uns. Wir merken nicht, dass es bei uns anziehend ist.
Es gibt keine einfache Antwort:
Du brauchst Freunde und eine Leitungsteam um dich, die dich reflektieren und die dich auch in Frage stellen dürfen. So dass wir gemeinsam stark werden.
Konflikt spielen sich oftmals in der Gemeinde ab. Wir haben keine Konflikte, weil wir uns auf der Skala der Spiritualität (siehe Session 3) bei 0 und 1 bewegen. Die Konflikte sind bei 5, 6, 7 oder 8. Wie man Gemeinde versteht, wie man Lobpreis versteht, wie man die Bibel auslegt. Da streiten wir.
Das ist traurig: Wir verlieren unsere Kraft, weil wir uns um uns selbst drehen.
Wir brauchen natürliche, echte Beziehungen, Freundschaften mit allem was dazu gehört.
Die Gravitation von Jesus, der die Ärmsten und Schwächsten (0, 1) sah, das ist die Kraft für die Gemeinde. Selbst wenn wir es aufgegeben haben diese Leute überhaupt wahrzunehmen, liegt doch hier die Kraft der Liebe (des Reiches Gottes).
Und in der Gemeinde gilt: Wenn wir die Menschen kontrollieren, die eine größere Vision als wir selbst haben, dann werden sie gehen oder mit ihrer Kompetenz immer „unten" bleiben. Wenn wir diese Menschen freisetzen, dann wird sich wirklich was bewegen.
Und an dieser Stelle kam für mich ganz persönlich raus:
Ich habe keine Lust mehr in einer Gemeinde zu sein im geistlichen 5er Bereich. Ich bin müde von der Beschäftigung mit den eigenen Leuten (Christen).
Wenn du dich nicht in deinem natürlichen Umfeld befindest, dann brennst du aus. Überforderung und Unterforderung sind die Indikatoren für Burn-Out. Man hat sogar festgestellt, dass Menschen, die unterfordert sind, schneller ausbrennen.
Es ist Zeit für Erneuerung! Auch bei mir...




