Eine ermutigende Nachricht

Ein witziger Komiker, der zugleich weise und intelligent ist. Das gibt es selten. Im folgenden Video ist einer von dieser Sorte zu sehen: Dr. Eckart von Hirschhausen.

Was er hier sagt, ermutigt mich sehr und passt hundertprozentig in meine momentane Situation. Lustig, wie doch durch ein einfach Youtube-Video Gott zu einem sprechen kann. Schau's dir mal an:

 

Die 5 Kernwerte von Mosaic

Hier sind die fünf Kernwerte von Mosaic LA. Und nachdem ich die letzten drei Tage darüber gehört und reflektiert habe, sind dies ab sofort auch meine Kernwerte von Kirche/Gemeinde. Die Texte unter den Bildern stellen mein Verständnis des jeweiligen Kernwertes dar. Stellenweise extreme Ansichten, aber um die Kirche zu verändern brauchen wir Radikalität (lat. radix = Wurzel).

1. Wind - Auftrag
Mission ist die Existenzberechtigung der Kirche

Die Kirche ist eine Bewegung, keine Institution.

wind.jpgDie Kirche existiert, weil Christen (Petrus, Paulus u.a.) losgegangen sind und die Gute Nachricht in Wort und Tat verbreitet haben. Im Zentrum gemeindlicher Tätigkeit steht also der Auftrag, die Mission von Jesus, das Evangelium der gesamten Schöpfung mit Leben und Reden weiterzugeben. Evangelisation und Mission sind also nicht länger Tätigkeitsfelder der Kirche, sondern Kirche ist nur dort, wo Menschen gemeinsam die Gute Nachricht und ihre Auswirkungen (Erlösung, Befreiung, Liebe, Mitgefühl u.a. Früchte des Geistes) leben. Aber nicht für sich selbst, sondern für andere.

2. Wasser - Gemeinschaft
Liebe ist der Kontext aller Mission

Die Kirche ist relational, nicht programmatisch.

wasser.jpgAlles was in der Kirche getan wird, muss mit und in Liebe getan werden. Liebevolle Beziehungen sind das Wichtigste. Dabei steht nicht Menschen bekehren, sondern Menschen lieben im Vordergrund. Wir müssen in der Gemeinde bereit sein, Beziehungen zu Menschen zu bauen und sie zu lieben, auch wenn sie niemals Christen werden, niemals der Gemeinde beitreten, niemals mitarbeiten, niemals Geld für die Gemeinde geben und niemals unsere Meinung teilen. Alles Handeln in der Kirche hat das vorrangige Ziel, dass Menschen sich von anderen und Gott geliebt fühlen und wissen. Egal, wer oder wie sie sind.

3. Holz - Verbindung
Struktur muss sich immer dem Geist unterordnen

Die Kirche kontrolliert nicht, sie ermächtigt.

holz.jpgDie Strukturen in der Kirche sind für die Menschen da, nicht die Menschen für die Strukturen. Das Ziel von Strukturen in der Kirche darf nicht sein, Dinge unter Kontrolle zu behalten, sondern Strukturen müssen dem Ziel dienen, Menschen zu lieben, zu ermutigen und ihr Potenzial freizusetzen. Und wenn es nötig ist, müssen Strukturen auch verändert oder abgeschafft werden, damit Menschen ihre Kreativität frei entfalten können. Der Geist Gottes ist nicht an kirchliche Strukturen gebunden, deswegen sollten wir uns auch nicht an Strukturen binden. Gottesdienst-Abläufe müssen flexibel sein, ein Hauskreis muss auch mal im Freien oder in der Kneipe stattfinden können und ein Gemeindehaus muss verkauft oder abgerissen werden, wenn es nicht den Menschen außerhalb der Kirche dient.

4. Feuer - Begegnung
Kulturrelevanz ist nicht optional

Die Kirche ist inkarnatorisch, nicht esoterisch.

feuer.jpgEine Kirche, die für die Kultur, in der sie sich befindet, nicht relevant ist, ist letztendlich überflüssig. Deswegen müssen wir in der Kirche anfangen, die Sprache und die Kultur der Glaubensgegner, Atheisten, Agnostiker und Uninteressierten kennenzulernen und zu sprechen. Dabei dürfen wir keine eigene Subkultur in der Kirche aufbauen, die wiederum nur für Christen relevant ist, sondern müssen die Kultur der Menschen um uns herum teilen. Wir brauchen Beziehungen zu Menschen, die anders denken, fühlen, handeln, feiern und spielen wie wir. Und wir brauchen Angebote, die von Menschen außerhalb der Gemeinde als relevant für ihr Leben empfunden und aus persönlichem Interesse wahrgenommen werden. Diese Angebote sollten am besten auch im öffentlichen Lebensraum der Menschen und nicht im christlichen Gemeindehaus stattfinden.

5. Erde - Charakter
Kreativität ist die natürliche Folge von Spiritualität

Die Kirche passt sich nicht an, sie wandelt um.

erde.jpgDie Kirche ist dazu da, das Gott gegebene und vom Geist Gottes inspirierte Potenzial in jedem Menschen zu wecken, freizusetzen und zu fördern. Gott kann in allem erfahren werden, sei es Kunst, Musik, Tanz, Theater, Vortrag, Gespräch, Bühnenshow oder Natur. Es gibt keinen Unterschied zwischen geistlichem Leben und weltlichen Leben. Weder im Griechischen noch im Hebräischen gibt es ein Wort für geistliches Leben. Jesus kannte das nicht. Gott ist in allem bereits anwesend und will von Menschen entdeckt und wahrgenommen werden. Alles ist so gesehen geistlich. In der Kirche strahlt die Herrlichkeit Gottes durch die Kreativität von Menschen, egal ob sie schon an ihn glauben oder nicht. Wenn wir in der Kirche dafür keinen Raum haben oder schaffen, verhindern wir letztendlich, dass Menschen Gott persönlich erfahren und kennenlernen.

 

Live @ ORIGINS: Session 5

Mit David Segert
Thema: Das Gesetz der Gravitation

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Am heutigen Morgen hat der Pastor der FeG Rebland (auch G5 genannt), David Segert, einen sehr wichtigen und umwälzenden Vortrag gehalten. Er benutzte ein Beispiel aus der Physik: Die Gravitationskraft. Sie ist eine der vier Kräfte, die es in der Physik gibt und von diesen ist sie die kleinste. Aber sie hat die größte Reichweite, sie kann nicht aufgehalten, eingedämmt oder behindert werden.

Das ist ein Bild für die Liebe Gottes. Über Jahre hat die Kirche viele Fehler gemacht: Kreuzzüge etc. Es gibt viele Fehler in der Kirchengeschichte, die wir uns anschauen können.

Aber trotzdem hat sich die Liebe immer weiterentwickelt. Egal wie viele Mauern wir als Christen aufgebaut haben: Der Heilige Geist hat immer wieder gewirkt. Das ist ein unglaubliches Bild.

Wir versuchen Gemeinde zu bauen, um Gottes Kraft stärker zu machen. Können wir aber nicht. Wir können sie nicht stärker machen, als sie sowieso schon ist. Wir können durch Lobpreis Gott nicht mehr in den Raum bringen. Oder mit kreativen Künsten.

Und das ist kein Widerspruch zu all dem bei Origins Gehörten. Gott möchte trotzdem, dass wir ihn verherrlichen mit allem was wir sind. Mit dem Besten was wir haben.

In der Business-Welt gibt es wahnsinnig begabte Menschen. Und die Kirche hat oftmals die Kraft verloren, kulturprägend zu sein. Das Argument, welches häufig verwendet wird: Gott wirkt doch eh wie er will. Der Heilige Geist wirkt sowieso. Auch hier wird das Argument verwendet: Gottes Kraft können wir nicht eindämmen.

Das ist eine paradoxe Wechselwirkung! Gott benutzt uns, um dieses Paradoxon aufzuheben. Er schickt keine Engel, er benutzt uns um das zu tun, was er in der Welt tun will.

Kirche hat eine unglaubliche Kraft, weil Gott Liebe ist.

Gravitation ist eine sehr kleine Kraft, die aber nicht eindämmbar ist. Jeder von uns hat eine Gravitationskraft. Eine geistliche Kraft. Egal, aus welcher Gemeinde wir kommen.

Wenn wir uns in einem natürlichen Umfeld befinden, dann sind wir authentisch und haben dadurch mehr Autorität, als wenn wir etwas kreieren und vorspielen, was wir nicht sind.

Wir haben eine Anziehungskraft, die liegt in der Begegnung, in Beziehungen, in Freundschaft. Wenn wir uns in einer Freundschaft eine peinliche Geschichte erzählen, dann teilen wir unser Leben miteinander.

Das ist ein Bild für die Kirche. Dass der Pastor sein Leben mitteilt und seine Gefühle mitteilt und wenn das echt ist, zieht das an.

Viele von uns haben Verletzungen erlebt. Zuhause wartet vielleicht viel Arbeit auf einige von uns. Wir merken nicht, dass es bei uns anziehend ist.

Es gibt keine einfache Antwort:
Du brauchst Freunde und eine Leitungsteam um dich, die dich reflektieren und die dich auch in Frage stellen dürfen. So dass wir gemeinsam stark werden.

Konflikt spielen sich oftmals in der Gemeinde ab. Wir haben keine Konflikte, weil wir uns auf der Skala der Spiritualität (siehe Session 3) bei 0 und 1 bewegen. Die Konflikte sind bei 5, 6, 7 oder 8. Wie man Gemeinde versteht, wie man Lobpreis versteht, wie man die Bibel auslegt. Da streiten wir.

Das ist traurig: Wir verlieren unsere Kraft, weil wir uns um uns selbst drehen.

Wir brauchen natürliche, echte Beziehungen, Freundschaften mit allem was dazu gehört.

Die Gravitation von Jesus, der die Ärmsten und Schwächsten (0, 1) sah, das ist die Kraft für die Gemeinde. Selbst wenn wir es aufgegeben haben diese Leute überhaupt wahrzunehmen, liegt doch hier die Kraft der Liebe (des Reiches Gottes).

Und in der Gemeinde gilt: Wenn wir die Menschen kontrollieren, die eine größere Vision als wir selbst haben, dann werden sie gehen oder mit ihrer Kompetenz immer „unten" bleiben. Wenn wir diese Menschen freisetzen, dann wird sich wirklich was bewegen.

Und an dieser Stelle kam für mich ganz persönlich raus:
Ich habe keine Lust mehr in einer Gemeinde zu sein im geistlichen 5er Bereich. Ich bin müde von der Beschäftigung mit den eigenen Leuten (Christen).

Wenn du dich nicht in deinem natürlichen Umfeld befindest, dann brennst du aus. Überforderung und Unterforderung sind die Indikatoren für Burn-Out. Man hat sogar festgestellt, dass Menschen, die unterfordert sind, schneller ausbrennen.

Es ist Zeit für Erneuerung! Auch bei mir...

 

Live @ ORIGINS: Session 4

Mit Erwin McManus
Thema: Charakter

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Am heutigen Nachmittag sprach Erwin über das unbequeme Thema Charakter. Er stellte dar, warum wir als geistliche Leiter unseren Charakter verändern müssen.

Er führte das mit Römer 12, 1-2 aus. Dort schreibt Paulus:

1 Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. 2Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

Wichtig hierbei ist die Unterscheidung zwischen einem Gebot und einer Verheißungen. Gebote sind uns von Gott gegeben, damit wir sie tun. Verheißungen sind uns von Gott gegeben, damit wir Hoffnung auf Dinge haben, die er tun wird.

Das, was Gott hier durch Paulus sagt, ist ein Gebot. Wir können die Verheißungen Gottes nur in Anspruch nehmen, wenn wir gehorsam dem Gebot der Erneuerung unseres Sinnes folgen. Diese Erneuerung müssen wir selbst tun.

Anschließend führte Erwin aus, welche drei Dinge unseren Charakter als geistliche Leiter ausmachen sollten:

1. Mut - Integrität
Durch Mut zeigen wir unsere Integrität. Wir müssen für die Werte einstehen, an die wir glauben. Unser Inneres und unser Äußeres sollen gleich sein. Wir sollen unsere Gedanken leben und unser Leben soll unsere Gedanken widerspiegeln.

2. Demut - Weisheit
Es ist wichtig, dass wir die Entscheidung, die wir treffen aus der richtigen Einstellung heraus treffen. Weise sind Menschen, die bei einer Entscheidung schon die Folgen bedenken und mit einberechnen. Nur aus einer demütigen Einstellung heraus, können wir weise werden.

3. Vergebung - Dankbarkeit
Wir müssen vergeben, um dankbar werden zu können. Ansonsten wird im Laufe der Zeit die Bitterkeit unsere Herzen versteinern. Es ist aber wichtig, Dankbarkeit als Grundeinstellung zu haben, denn sie weist wieder darauf zurück, dass uns alles in unserem Leben letztendlich nur geschenkt wurde.

Die Veränderung zu diesem Charakter ist ein Prozess. Ich selbst befinde mich am Anfang dieses Prozesses. Es ist noch ein weiter Weg. Aber da ich beabsichtige ein geistlicher Leiter zu sein und es stellenweise schon bin, will ich diesen Weg gehen. Immer weiter. Den Weg zum Jesus-Charakter.

 

Live @ ORIGINS: Session 3

Mit Hank Fortener
Thema: Die Skala der Spiritualität

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Nach einer kurzen, aber genialen Lobpreis-Zeit mit der Band der FeG Rebland fand heute morgen die dritte Session des Origins Kongresses im Auditorium statt. Es sprach diesmal nicht Erwin McManus, sondern Hank Fortener, ebenfalls ein Mitarbeiter aus dem Team von Mosaic.

In seinem Vortrag benutzte er für das geistliche Leben als Christ das Bild einer Skala von 0 bis 9. Auf 0 wäre jemand, der Jesus überhaupt nicht kennt und auf 9 wäre Mutter Theresa, also jemand, der ganz eng mit Gott verbunden ist.

In manche Gemeinden kommt man rein und ist sofort auf Stufe 5. Die Musik, die Sprache, die Kultur. Alles was gemacht wird, ist bei 5 oder sogar höher. Auf der anderen Seite gibt es außerhalb der Gemeinden viele Leute, die auf 2, 3 oder 4 sind.

Hank betonte in seinem Vortrag dann, dass der Schlüssel für alle weiteren Stufen auf dem Weg zu einer tiefen Beziehung mit Gott bei 0 und 1 liegt. Wir müssen anfangen uns mit den Menschen zu verbinden, die zwischen 0 und 1 stehen.

Viele Christen wachsen in geistlichen Familien auf und starten bei 5 oder in sehr geistlichen Familien sogar bei 7. Aber wenn sie später aufs College gehen und jemand stellt ihnen eine Frage der Stufe 0 bis 1, dann haben sie meist keine oder nicht die richtigen Antworten, um diesen Menschen zu helfen.

Hank untermauerte seine Gedanken mit Matthäus 5,1-11. Jesus fängt hier seine erste öffentliche Rede an, indem er sagt: Selig sind die geistlich Armen.

Jesus kam, um Menschen vom Ort der Armut dorthin zu bewegen, wo das Reich Gottes alles für sie bereithält. Die Seligpreisungen zeigen, dass Jesus sich vor allem für die interessierte und um die besonders kümmerte, die auf der Skala ganz unten oder sogar im negativen Bereich sind.

An dieser Stelle müssen auch wir anfangen. Wir müssen ein Umfeld schaffen in unserer Welt, unserem Leben, um Menschen von 0 nach 1 bringen. Wir müssen anfangen, Menschen zu sehen, die auf der 0 stehen und für sie da sein und mit ihnen Gespräche führen.

Auf Konferenzen geht es oft darum, wie man von einer Gemeinde mit 5 zu einer Gemeinde mit 8 wird. Wir müssen Menschen werden, die davon begeistert sind, Menschen zu helfen, von 0 auf 1 zu kommen.

Vielleicht ist unsere Aufgabe, Salz und Licht zu sein, indem wir Menschen helfen kleine Schritte auf dieser Skala zu machen. Menschen helfen, Gott immer einen kleinen Schritt näher zu kommen.

Wir sollten anfangen uns die Fragen der Skeptiker, Atheisten und Gotteshasser zu stellen. Anfangen uns mit den Zweifeln zu beschäftigen, mit denen sich andere Menschen herumschlagen.

An dieser Stelle brachte Hank das sehr hilfreiche Bild von einem Fluss. Als Christen stehen wir auf der einen Seite (dem Reich Gottes) und rufen den Menschen auf der anderen Seite zu: „Kommt doch herüber. Hier ist es toll. Kommt durch den Fluss!“

Stattdessen sollten wir selbst zu ihnen hinüber gehen, und sie an die Hand nehmen. Mit den Menschen gemeinsam durch den reißenden Fluss schwimmen.

Hank illustrierte seinen Beitrag mit einigen Fotos von Veranstaltungen, die sie für die Menschen in ihrer Stadt gemacht hatten, die auf der Skala bei 0 sind.

Insgesamt sehr inspirierend. Ich habe sehr viel nachgedacht und mich gefragt, wie ich mehr Freunde finden kann, die überhaupt keine Christen oder sogar gegen Gott sind.

 
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